buch.JUGEND — 17.03.2012 11:43


von Katja Beyer
Schulbuch des Jahres 2012

Es ist eine Premiere – nicht nur für die Leipziger Buchmesse, sondern für Deutschland: die Auszeichnung „Schulbuch des Jahres “.

Die Leipziger Buchmesse und das Georg-Eckert-Institut haben am 16. März die Schulbücher des Jahres 2012 gekürt. Bücher, die den Schülern nicht nur Unterrichtsstoff vermitteln, sondern eine Orientierung geben und Lust an Erkenntnis wecken sollen. Schulbücher, in denen auch Kontroversen geduldet sind und die Widerhaken bieten, an denen sich Diskussionen aufhängen lassen.

Auf der Preisverleihung "Schulbuch des Jahres 2012"

Insgesamt waren acht Titel in den Kategorien Geschichte/Gesellschaft, Sprachen und Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) nominiert.

Preisträger in der Kategorie Gesellschaft/Geschichte ist „Zeitreise 1.“ aus dem Ernst-Klett-Verlag. Zeitreise ist in seiner Konzeption klar und sachlich und in einer altersgerechten Sprache gehalten – “ein Botschafter für das Fach Geschichte”, wie es in der Laudatio bei der Preisverleihung hieß.

In der Kategorie Sprachen überzeugte „Geni@l Klick A1.“ aus dem Langenscheidt-Verlag. Geni@l Klick vermittelt Deutsch als Fremdsprache. Mitherausgeberin Ute Koithan hebt besonders hervor, dass neue Medien in das Lehrbuch einbezogen wurden. Damit reagierten die Herausgeber und der Verlag auf die Wünsche der Schüler, die immer medienaffiner werden. „Wir haben unser Lehrwerk so angelegt, dass die Motivation und der Spaß, Deutsch zu lernen, nicht von Anfang an durch schwere Grammatik wieder verloren gehen. Wir haben versucht, in kleinen Schritten viel Erfolg beim Sprachenlernen aufzubauen.“

Bei den MINT-Fächern überzeugte „Navi Mathematik 7.“ Es ist im Bildungsverlag EINS erschienen und richtet sich an Sonder- und Förderschüler. Birgit Werner ist eine der Herausgeberinnen. „Die besondere Schwierigkeit war für uns die Heterogenität der Schüler. Die Lern- und Leistungsvorraussetzungen sind hier sehr differenziert.“ Navi Mathematik ist sehr nahe an der Lebenswirklichkeit der Schüler. Hier werden keine komplexen und abstrakten Aufgaben gestellt, sondern die Mathematik aus dem Alltag aufgegriffen. „Wir haben das Lehrbuch auch in Hinblick auf die künftige Lebens- und Arbeitswelt der Schüler verfasst. Die Eröffnung eines Online-Kontos oder der Umgang mit Schulden gehören zum Inhalt von Navi Mathematik.“ Für Birgit Werner ist auch die Botschaft des Preises wichtig: eine Schulgruppe, die oft randständig behandelt wird, wurde in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.

Die Preisträger

Schon Loriot sagte: „Plötzliche Regenfälle können zum Betreten einer Buchhandlung führen.“ Bei der Preisverleihung war die Auseinandersetzung mit Büchern jedoch weit weniger willkürlich. Prof. Dr. Jürgen Staupe, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Kultus uns Sport, betonte bei der Verleihung, dass jedes Buch eine eigene Welt sei. Nicht nur Romane, sondern auch Fachbücher könnten Zugang dazu schaffen. Ein gutes Schulbuch wecke nicht nur Interessen, sondern befeuere auch die Neugierde und rege zum eigenständigen Lernen an.

Insgesamt wurden 34 Titel von Verlagen eingereicht und von einer Jury bewertet.

Neben dem Schulbuch des Jahres hatten auch Pädagogen die Möglichkeit, einen Lehrerpreis zu verleihen.  Über 300 Lehrer beteiligten sich über ein Online-Voting, die meisten Nominierungen fielen im Bereich Geschichte/Gesellschaft. Der Sieger: „Menschen – Zeiten – Räume“ aus dem Cornelsen-Verlag.

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